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Wie fühlt sich die erste Ausstellung an?

Erstes Interview mit Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK seit 2009

Aaron: Wie sind Sie denn zu diesem Job hier gekommen?

Die Stelle wurde ausgeschrieben und ich habe mich beworben. Natürlich hatte ich bestimmte Erfahrungen und Qualifikationen, die dazu geführt haben, dass sich Herr Professor Semmelroth, der Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, für mich entschieden hat.

Lisa: Warum wollten Sie gerade nach Frankfurt ans MMK?

Das MMK kenne ich schon sehr lange, ich habe schon als Studentin immer das Museumsprogramm verfolgt, bin oft hierher gefahren und habe mir das Museum angeguckt. Für mich ist das MMK eines der wichtigsten Museen der Gegenwartskunst - nicht nur in Deutschland, sondern international und als die Stelle ausgeschrieben wurde, war für mich klar, dass mich das sehr interessiert.

Lorin: Warum haben Sie gerade diese Ausstellung und keine andere gemacht?

Man entscheidet sich aus vielerlei Gründen für ein Programm. Mir war es wichtig, dass wir in unserer ersten Ausstellung die Sammlung des Museums zeigen. Die Sammlung ist ja sehr, sehr umfangreich und deswegen können wir immer nur bestimmte Teile der Sammlung zeigen. Jetzt haben wir eben einen ganz bestimmten Bereich und Aspekt der Sammlung ausgewählt und vorgestellt, der uns richtig erschien.

Anita: Die Ausstellung ist Ihr erster öffentlicher Auftritt. Was ist das für ein Gefühl, waren Sie sehr aufgeregt?                                                

Natürlich ist man sehr, sehr aufgeregt. Man macht das schon aus einer eigenen Überzeugung heraus und deswegen hab ich die Ausstellung inhaltlich nie in Frage gestellt. Aber man weiß natürlich nie wie es ankommt. Wenn jetzt ausgerechnet bei der ersten Ausstellung das Publikum und die Presse negativ reagieren, ist das natürlich schlecht und man hat Schwierigkeiten für die folgenden Projekte, die man vorhat. Es ist schon wichtig, dass man gerade am Anfang eine positive Resonanz bekommt.

Eva: Welches Kunstwerk würden Sie den Besuchern empfehlen und welchen Künstler finden Sie gut oder am Besten?

Für mich gibt es zwei wichtige Kunstwerke in der Ausstellung. Das eine ist die Werkgruppe von Andy Warhol, insbesondere die „Desaster Paintings“ und „The most wanted man“ und die Porträts von Jackie. Und das andere ist dieser Raum von Thomas Demand. Die Arbeit besteht aus fünf oder sechs Einzelwerken, heißt „Klause“ und ist eigentlich meine Lieblingsarbeit. Welchen Künstler ich am besten finde, kann ich nicht sagen. Ich finde sie alle gut und alle sind sehr wichtige Künstler auf die ein oder andere Weise. Zum Beispiel Blinky Palermo ist eine ganz wichtige Figur in der aktuellen Präsentation. Andy Warhol auch, das hab ich ja gesagt und Tobias Rehberger zum Beispiel ist auch sehr wichtig für die Gegenwartskunst. Eigentlich sind alle wichtig, die wir gerade zeigen.

Lilly: Das MMK hat ja eine Sammlung. Welches Kunstwerk hätten Sie denn noch gern in der Sammlung?

Am liebsten hätte ich gerade eine Werkgruppe von Isa Gensken zusätzlich in der Sammlung und ich möchte Werke von Sarah Morris ankaufen, die wir jetzt im Mai ausstellen. Und ich hätte gerne noch mehrere Arbeiten von Jack Goldstein und dann haben wir noch viele andere Sachen schon gesehen, die wir gerne kaufen würden.

Emma: Welche Ausstellung können die Besucher denn als nächstes erwarten?

Wie gesagt, wir zeigen Arbeiten von Sarah Morris. Das ist eine amerikanische Künstlerin, die Filme und Gemälde macht. Für das MMK macht sie ein riesiges Wandgemälde, das sich über zwei Stockwerke erstrecken und acht Wände groß sein wird. Außerdem zwei ganz, ganz große Filmprojektionen und viele Bilder.                         

 

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