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Warum malen Sie nicht?

Interview mit dem Künstler Florian Hecker

Florian Hecker wurde 1975 in Augsburg geboren. Sein Kunstwerk im MMK heißt „Event, Stream, Object“. Es wurde extra für das MMK angefertigt und 2010 eröffnet. Dieses Kunstwerk ist nicht nur zum Sehen, sondern auch zum Hören. Und zwar besteht es aus acht Lautsprechern, an denen jeweils ein gebogener Spiegel angebracht wurde. Dadurch werden die Töne in den ganzen Raum verteilen. Das hört sich dann sehr interessant an.

Wie sind Sie darauf gekommen, das Kunstwerk anzufertigen?

Die Direktorin des MMK Susanne Gaensheimer hat mich eingeladen, hier im Museum ein Projekt zu machen. Ungefähr vor einem Jahr habe ich das Museum besucht und mir einen Raum ausgesucht, wo ich gerne das Kunstwerk realisieren würde. Das war dann der Start für meine Arbeit.

Wir finden, dass das Kunstwerk ziemlich laut ist. Soll das so sein?

Ja, die Lautstärke ist ein ganz wichtiger Bestandteil vom Klang. Viele Sachen klingen ja anders, wenn sie laut sind. Lautstärke ist etwas, was jeder auch verschieden wahrnimmt. Wenn man ein bestimmtes Geräusch mag, dann hört man das ja vielleicht auch gern laut, weil man es dann intensiver hört. Musik, die man mag, hört man ja auch gern laut.

Wenn die Töne beginnen, erschrickt der besucher vielleicht auch ein wenig. Ist das Absicht?

Nein, ich möchte nicht, dass der Besucher erschrickt. Dennoch möchte ich, dass man von den Tönen überrascht wird, dass man nicht genau weiss, was als Nächstes passiert.

Warum gibt es acht Lautsprecher?

Das ergibt sich vor allem aus der Größe des Raumes. Man kann auf diese Weise sehr gut in Räumen arbeiten. Durch die Spiegel gegenüber von den Lautsprechern werden die Töne dann ja noch in den Raum gestreut und so vervielfacht.

Woher haben Sie diese Geräusche?

Die Geräusche sind alle mit dem Computer gemacht. Man braucht dafür ein spezielles Computerprogramm, mit dem man Töne erzeugen kann. Alles was man hier hört ist also künstlich hergestellt.

Warum malen Sie nicht?

Als ich noch in die Schule gegangen bin, habe ich sehr gern gemalt. Weil man im Kunstkurs immer andere Dinge machen konnte als in anderen Fächern. Aber als ich angefangen habe mich mit elektronischer Musik zu beschäftigen, war das für mich ein grosses und sehr interessantes Feld und ich dachte "das ist genau das, was ich machen möchte".

 

Zum Werk: Event, Stream, Object von Florian Hecker, 2010, akkustische Installation

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