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Theatervorhang unseres Lebens

1. Zimmerbeschreibung

2. Unsere erste Gedanken

3. Und hier begannen wir zu überlegen

    - Von Innen

    - Von Außen

 

1.  Wir befinden uns im Museum. Wir schauen uns viele verschiedene Kunstwerke an. Wir suchen ein unseren Interessen und Gestaltungen entsprechendes Kunstwerk aus.

     Wir haben es gefunden.

     Das ist ein Zimmer. Eine leeres und dunkles Zimmer, das mittendrin einen hellen Platz hat.

     Wir sehen einen Theatervorhang, der nur mit einem Theaterscheinwerfer beleuchtet ist.

     Gobo ist rot und zugeschlossen.

 

2.  Im ersten Moment dachten wir, dass ein Theaterstück entweder jetzt gleich anfängt, oder erst vor kurzem beendet wurde und die Schauspieler zum letzten Auftritt kommen, um Applaus von den Zuschauern zu erhalten.

Wir fühlten uns einsam. Es gabt kein Publikum mehr – nur uns. Wir, und die Personen hinter den Kulissen. Und sogleich waren wir voller Erwartungen. Wir wollten die anderen nicht definieren oder uns mit ihnen auseinander setzen. Wir haben diese Freiheit  genossen. Wir konnten selbst entscheiden, welche Richtungen unsere Überlegungen annehmen. Wir sind frei zu entscheiden wie stark die Wahrnehmung  und der Eindruck sind ...

 

3.  Und dann spielten wir mit unseren Gedanken. Wer sind wir jetzt hier? Wer ist dort drin, in dieser Szene?

Wir haben uns viele Gedanken gemacht:

   - Wer tritt auf?

   - Was wird uns gezeigt?

   - Welche Laune hat er?

   - Und welche Laune erwartet er von uns?

   - Wie sollten wir reagieren?

   - Müssen wir überhaupt reagieren?

 ... und was, wenn das der Vorhang des Lebens ist?

   - Traue ich mich dort hinein zu schauen?

   - Was will ich dort finden?

   - Was erwartete ich von seinem Inneren?

 

Die Gedanken fliegen sehr weit ... sie haben kein Ende ... sie zwingen mich über vieles in meinem Leben

   nachzudenken ...

 ... und was könnte ich mitbringen, wenn ich mir mich dort drinnen vorstelle, wie ich dort hinter den Kulissen stehend?

   - Kann ich eine Schauspielerin werden?

   - Kann ich den Menschen zeigen, was sie sehen wollen?

   - Kann ich eine Maske anziehen um meine Gefühle zu verstecken?

   - Was erwarte ich von den Zuschauern?

 

Und wieder, und wieder, und wieder... wir kehren zu den Erwartungen zurück.

Ist das so, dass unsere Erwartungen einen zentralen Platz in unserem Leben haben?

Ist unsere gesamte Lebenseinstellung völlig von ihnen abhängig?

 

Welche Gefühle kenne ich?

Wie unterschiedlich sind die Gefühlausdrücke?

Wie kann ich ohne Worte mit Menschen kommunizieren?

 

Zum Werk: Double Act von Ceal Floyer, 2006, Installation

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